Diese Gedichte verfasste ich einst, weil wir in Deutsch (13. Klasse) gezwungen wurden, ein Lerntagebuch zum Parfum anzulegen, ich absolut keine Lust hatte, ausführliche Charakterisierungen zu schreiben und so geschickt darum herum kam - ohne eine schlechte Note zu erhalten!
1) Dies ist ein Gedicht aus Grenouilles Sicht:
Laure
Frühling, Frühling wird es sein,
bunte Blumen, Sonnenschein!
Leuchtende Augen, sie strahlen vor Glück,
das zauberhafte Gefühl lässt keinen zurück.
Denn jeden reißt es mit in das Meer der Gefühle –
Komm! Nimm ein Bad im fröhlichen Gewühle!
Ein tiefer Atemzug und schon siehst du nur
die pure Schönheit der Menschen und die der Natur.
Doch wo kommt so plötzlich diese Laune nur her?
Eine Antwort darauf fällt dir nicht schwer:
Es sei eine Frau, die bezaubert,
bei deren Anblick es ein jeden vor Glück nur erschaudert.
Doch jetzt pass auf! Ich sag dir den Grund:
Es ist nicht das Lächeln, der liebliche Mund!
Es ist nicht das Wetter, der sonnige Launenretter, nein!
Es ist der Duft, der Duft in der Luft.
Es ist das Parfum – von mir, aus ihr…
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2)
Und weil das Dichten so viel Freude macht,
habe ich mir gleich noch was ausgedacht:
Diese Szene wird uns erzählen,
welche Gedanken Baldini so quälen.
Wie es dazu kam ist schnell gesagt:
Graf Verhamont hatte nach 'nem Parfum gefragt,
Baldini daraufhin: „Kein Problem!
Ich mach was Neues, du wirst schon sehen!“
Chénier hatte derweil wohl recht gehabt
und an >Amor und Psyche< von Pélissier gedacht.
Denn Baldini war alt und seine Nase war stumpf,
was er so hervorbrachte roch höchstens nach Sumpf.
Das war auch noch nie wirklich anders gewesen,
aber Genaueres kann man ja im Buch nachlesen…
Wir befinden uns nun also in Baldinis Zimmer –
hier riecht es nach Frangipaniwasser – wie immer…
„Da steh ich nun, ich armer Thor!
Und bin so klug als wie zuvor –
Ach, wie gut kann ich Faust verstehen,
sich nach dem Unerreichbaren zu sehnen,
doch lohnt es sich in meinem Leben
nicht nach dem Übersinnlichen zu streben…
Und genau deswegen ist es besser dieses Streben aufzugeben.
[Nach diesen tiefsinnigen Gedanken, kommt seine Laune nun ins Wanken.]
Was soll das auch? Ich tue nichts Falsches!
Zu meinen Blütezeiten galt es
das Handwerk richtig zu betreiben,
nicht ohne Regeln Rezepte zu schreiben!
[Hier merkt man schon: er wird jetzt sauer, die Stimme wird deshalb auch rauer…]
Dieser widerliche Pélissier –
wenn ich nur dessen Namen seh…
Sein Patent gehört entzogen!
Nicht nur mich hat er betrogen!
Er ist ja nicht mal Parfumeur -
und trotzdem stellt er Düfte her!
Das ist nicht recht! Das darf nicht sein!
Kaum stell ich mich auf seine blöden Düfte ein,
platzt er auch schon mit einem neuen Trend herein.
Und die Menschen in der Stadt
hat er voll in seiner Macht –
Sie fallen alle darauf rein
Und kaufen haufenweise Düfte bei ihm ein.
[Sein Hassen lässt sich folglich kaum in Worte fassen.]
Der hat Paris bestimmt noch nie verlassen!
Neben meinen Fähigkeiten können seine nur erblassen!
Ich bin nicht nur Apotheker, Alchimist,
Handwerker und Humanist,
Gärtner, Händler, nein - noch mehr!
Und dieser Essigpanscher? Ich bitte sehr,
Der gehört ja wohl überhaupt gar nicht hierher!
Parfumeur will er sein?
[An dieser Stelle lacht Baldini in sich rein: „Hahaha“]
Nein!
Vermutlich hat er blühenden Jasmin noch nie gesehen,
In den alten handwerklichen Zeiten könnte der niemals bestehen!
Und deshalb spricht auch nichts dagegen,
sein Parfum als meines auszugeben.“
Sprach er und verbreitete den längst besorgten Duft
>Amor und Psyche< von Pélissier in der Luft.
[Nun sehen wir also klar: Was Chénier vermutete wurde tatsächlich wahr. Naja, nicht ganz: Er wollte es nicht kaufen – vielmehr wollte er sich den Kopf zerraufen und das Kopieren probieren, um nicht zu viel Geld zu verlieren – aber trotzdem war Chénier nah dran – er kannte ihn gut, den alten Mann…]